Wintercamping und Gemütlichkeit

Wintercamping und Gemütlichkeit – 6 schnelle & günstige DIY Tipps!

Wintercamping und Gemütlichkeit, für mich gibt es ja mittlerweile WIRKLICH keine schönere Jahreszeit, um mit dem Van oder Caravan durch die Lande zu tingeln, als den Spätherbst und Winter.

Die touristischen Spots sind nicht mehr so extrem überlaufen, in vielen Städten und Gemeinden ist das Leben ein bisschen ruhiger und entspannter und nach einem Tag samt „Wind und Wetter“, ist es im Wohnmobil oder Wohnwagen sooooo unglaublich gemütlich. 

Wer diese Jahreszeit verpasst, verpasst WIRKLICH etwas!

Allerdings kenne ich die Sorge, dass es im Campingfahrzeug kalt werden könnte und alles unangenehm feucht & nass ist, selber nur allzu gut. Schließlich war ich bis vor wenigen Monaten noch mit einem 24 Jahre alten Womo „Schätzchen“ unterwegs, dass alles andere als besonders winterfest war.  

Doch ganz egal ob altes, eher fußkaltes Reisemobil oder neuer „Flitzer“, wenn ihr nicht gerade ein tip top winterfestes Reisemobil/ einen Caravan besitzt, habe ich für euch 6 Tipps, wie ihr euern Camper ganz einfach (und vergleichsweise günstig) wintertauglich, gemütlich gestalten könnt. 

Wintercamping und Gemütlichkeit auf die einfache Art!

Wintercamping und Gemütlichkeit
Wintercamping extrem… wer nicht gleich Eis und Schnee braucht, muss ja nicht in der Berge fahren um entspannte Wintercamping Stunden genießen zu können.

Das Fahrerhaus isolieren

Am besten eignen sich natürlich die speziellen, großen Thermomatten für das Wohnmobil Führerhaus, welche man in den Campingshops kaufen kann. Wenn da nicht der Preis von 200, 300, 400 Euro wäre.

Ganz wichtig, wenn ihr euch schon für eine solche Matte entschließt, dann denkt am besten daran: Die Matten für außen, bringen deutlich mehr als die innen Isolierungen und je länger die Matte ist, um so besser! Also wenn ihr schon 200 – 400 Euro für eine solche Iso-Thermo-Matte ausgeben wollt, dann kauft eine Isolierung für außen, die am besten fast bis zum Boden reicht. 

Die deutlich günstigere Variante bekommt ihr aktuell in jedem 1. Shop, nämlich diese ganz normalen silbernen Thermomatten für PKW’s. 

Mit einer Schere und ein paar Klettband Streifen, lassen sich zwei Matten problemlos auf ca. 2/3 der Länge durchschneiden, die beiden großen Teile mit den Klettpunkten zusammenkletten und schon habt ihr eine große, breite Isolierung für die gesamte Frontscheibe und das für gerade mal ca. 10 Euro Gesamtkosten. 

Extra Tipp! Denkt auf jeden Fall daran, die „Gebläseklappen“ im Fahrerhaus zu verschließen und die Motorheizung auf Innenluft/ Innensog zu stellen, damit nicht direkt so viel eiskalte Luft hereinzieht.

2. Thermomatte Teil 2

Aber diese typischen, silbernen Thermomatten, welche man im Winter für die PKW Frontscheibe nutzen kann, eignet sich noch für etwas ganz anderes. 

Teppiche machen im Winter, im Wohnmobil/ Wohnwagen, ganz besonders viel Sinn! Sollte euer Campingfahrzeug gar keinen Teppich besitzen, schaut doch einfach mal im Baumarkt bei den Teppich Resten. Diese Abschnitte kann man meist für wenige Euro kaufen, da sie für normale Wohnräume meist zu klein sind. 

Ansonsten eignen sich aber auch kleine Teppiche für den Sitzbereich oder Läufer für den „Durchgang“ bestens. 

Wenn ihr also einen geeigneten Teppich gekauft habt, nutzt die PKW Thermomatten, schneidet die „Flügel“ ab und die Matte/ Matten ggf. noch in die passende Breite und legt sie unter den Teppich! 

Diese Thermomatten halten nochmal so viel Kälte ab, das macht im Wintercamping Alltag einen riesen Unterschied aus und mit ein bisschen Glück, könnt ihr diese Matten bereits für 3 Euro im z.B. „Euro Shop“  kaufen. 

Extra Tipp… wenn ihr noch eine alte Isomatte im Keller liegen habt, auch die eignet sich super, um sie unter den Wohnmobil Teppich zu legen.

Ein „fußwarmes“ Wohnmobil/ Wohnwagen steigert den Komfort enorm!!! 

3. Thermomatte Teil 3

Sicherlich habt ihr von den vorherigen „Bastelarbeiten“ noch ein kleines Stück Thermomatte übrig, z.B. einen dieser „PKW-Türflügeln“, die ihr im Punkt zuvor abgeschnitten habt. Nutzt diesen Rest, wickelt ihn um das äußerste Teil eures Grauwasserabflusses und befestigt/ umwickelt das ganze mit ordentlich Tape/ Klebeband. 

Selbst bei neueren Reisemobilen/ Wohnwagen, die eine Tankheizung besitzen, friert das Grauwasser gerne mal in diesem letzten, äußersten Abschnitt ein. 

Das Stück Thermomatte reicht nicht aus, um Winternächte am Polarkreis ohne gefrorenes Grauwasser zu überstehen, häufig sind es aber nur 3,4,5 Grad, die den Unterschied zwischen gefrorenem Abwasserauslauf, oder offenem Abwasserauslauf ausmachen. Und dank der Thermofolie, ist genau dieser Temperaturunterschied kein Probleme mehr. 

Sollten die Wettervorhersagen zeigen, dass es z.B. in der Nacht deutliche Minustemperaturen geben wird, solltet ihr das Grauwasser auf jeden Fall in einen Eimer ablaufen lassen, so kann erst gar nichts im Tank oder den Abflussleitungen gefrieren. 

Wintercamping und Gemütlichkeit auf dem Campingplatz
Wenn ihr zum aller ersten mal zum Wintercamping in die Berge fahren möchtet, ist die allgemeine Unterstützung eines Campingplatzes nicht zu unterschätzen

4. Easy Gas sparen

Wenn es im Winter so richtig eisig wird, verbraucht man natürlich viel Gas. ( Bei Minustemperaturen und fast durchgehendem Heizen reicht eine 11 Kilo Gasflasche ca. 3 Tage) 

In vielen, vielen Campingfahrzeugen ist typischerweise eine Kombi Heizung verbaut, die sowohl die Luft als auch das Wasser erwärmt. 

Wenn ihr im Winter eh viel heizt, dann könnt ihr euch das zusätzliche aufheizen des Wassers sparen. Allein durch die „Heizung“ wird das Wasser im „Boiler“ der Anlage so warm, dass es mir persönlich sogar zu heiß ist, ich muss also noch kaltes Wasser mit einmischen um z.B. zu duschen oder zu spülen. 

Extra Tipp, ihr könnt auch im Alltag immer wieder Gas sparen. Z.B. lohnt es sich morgens zum Kaffee direkt etwas mehr Wasser aufzukochen, dieses in eine Thermoskanne umzufüllen und den Rest zum Abwasch zu nutzen. 

So habt ihr direkt heißes Wasser in der Thermoskanne für Kaffee und Tee über den Tag hinweg, oder ihr nutzt es Abends zum z.B. Nudeln kochen. Natürlich spart ihr so nur etwas Gas ein, aber auf Dauer lohnt es sich. 

5. Richtig heizen bei Minustemperaturen

Wenn ihr im Winter on Tour geht und tagsüber irgendetwas unternehmt, dann stellt die Heizung nie komplett aus. Dreht sie auf niedrige Stufe runter, aber heizt dennoch weiter. Es kostet insgesamt viel mehr Gas ein kaltes Fahrzeug wieder aufzuheizen, als wenn ihr einige Stunden auf niedriger Temperatur weiter heizt. 

Wichtig ist allerdings, achtet darauf, welchen „Ausströmer“ ihr öffnet. Schaut, dass ihr im gesamten Wohnraum verteilt , auch am Bett (!!!), die Heizungsrohre/ Ausströmer öffnet und verschließt z.B. die zweite und dritte Öffnung im Sitzbereich so lange ihr nicht da seid. 

Natürlich solltet ihr auch darauf achten, dass keine dieser Öffnungen durch irgendwelche Gegenstände verdeckt sind.

So verteilt sich die Wärme im gesamten Fahrzeug, ohne enorm viel Gas zu verbrauchen. 

Ebenfalls solltet ihr daran denken, dass das Frostschutzventil nicht aufspringt bzw. euch bei frostigen Temperaturen das Wasser/ Grauwasser nicht in Tank und Leitungen einfriert. Aus diesen Gründen ist es ebenfalls wichtig, auch tagsüber zu heizen. 

6. Wintercamping und Gemütlichkeit… das richtige Winterfeeling

Gerade in der dunklen, nassen Jahreszeit verging man deutlich mehr Stunden IM Wohnmobil/ Wohnwagen als z.B. im Hochsommer. Darum empfinde ich es immer ganz wichtig, dass es im Wohnmobil genau so gemütlich ist, wie in meiner Wohnung zur Winterzeit. 

Am Fenster hängt eine Batterie betriebene Lichterkette, Plätzchen und Stollen schmecken „on Tour“ mindestens genau so gut und aus dem großen Adventsgesteck, werden zumindest 4 Teelichthalter, ein bisschen Tanne und ein netter, weihnachtlicher Untersetzter. 

Wenn es dann draußen dunkel wird und mit ein bisschen Glück ein paar Schneefocken auf das Dach rieseln…. wird es soooooo gemütlich!

Wintercamping und Gemütlichkeit
Mit ein paar Handgriffen, kann selbst ein regnerischer Abend im Wohnmobil/ Wohnwagen total schön werden.

Wintercamping und Gemütlichkeit – Fazit

Ihr seht, dieses ganze Wintercamping „Ding“ ist wirklich kein Hexenwerk, dafür ist die Zeit und Ruhe während einer Tour durch den Winter eine ganz, ganz spezielle. 

Ich bin wie gesagt mittlerweile ein riesen Fan von Touren durch diese Jahreszeit und ich kann euch nur sagen, ihr verpasst wirklich etwas, wenn ihr euren Van/ Caravan komplett einmottet und erst im Frühjahr wieder nutzt. 

Versucht es doch einfach mal… nutzt die kommenden Wochen und Monate… und wenn es nur eine kurze Wochenendtour in die Natur ist. 

Was ihr im Winter alles an Bord haben solltet, haben wir euch Bereichs in diesem Artikel verraten: Wintercamping, diese Dinge sollten ab sofort an Bord sein! 

Also denn… raus mit euch und bleibt gesund!

Euer Velocate Team