Internet im Campingurlaub

Internet im Campingurlaub – Tipps zum surfen im Wohnmobil und Wohnwagen – TEIL 1

Hey liebe Camper, 

das Netz gehört mittlerweile zu unser aller Leben dazu und die wenigsten möchten komplett auf das Internet im Campingurlaub verzichten.

Noch heute verbinden viele Menschen das typische Campingplatz feeling mit Lagerfeuer, Gitarren klängen und Gruppen Aktivitäten, doch wenn wir mal ehrlich sind, diese Zeiten sind schon lange vorbei. 

Wie überall auf der Welt sitzen natürlich auch Camper gerne mal am Laptop, surfen mit dem Handy im Netz oder posten die neuen Urlaubsbilder auf unterschiedlichen Portalen. 

So weit, so normal… wäre da nicht dieser kleine Haken:

Auf den allermeisten Stell- & Campingplätzen gibt es noch immer kein richtig gutes W-lan Netz oder es ist teuer und gleichzeitig ist das mobile Datenvolumen ist bei den meisten Nutzern begrenzt. 

Wie gelangt ihr also on Tour am besten ins Netz? Ich habe in den letzten 8 Jahren die unterschiedlichsten Systeme getestet und verrate euch meine Erfahrungen. 

Da dieses Thema allerdings ziemlich umfangreich ist, wenn man es von A-Z durchsprechen möchte, wurde aus einem sehr, sehr langen Artikel ein lesbarer Doppelartikel in zwei Teilen.

Internet im Campingurlaub Teil 1 – Mobile Router, Internet Sticks & prepaid Sim Karten aus dem In- und Ausland. 

Bevor es so richtig los gehen kann, noch 2 Informationen vorab.

  1. Bei diesem ganzen Thema kommt es natürlich sehr darauf an, wie viel ihr letztendlich im Netz surft. Zwischen einem typischen Camping Touristen oder jemandem der z.B. vom Wohnmobil aus arbeitet, liegen große Unterschiede. 
  2. Es kann durchaus vorkommen, dass in diesem Artikel genaue Hersteller/ Anbieter genannt werden. Dabei handelt es sich nur im meine persönlichen Erfahrungen! Es gibt keine Kooperationen zwischen einem der genannten Hersteller, mir oder Velocate. 

Internet im Campingurlaub –  Mobiler Router oder Internet Stick?

Die aller, aller meisten Camper nutzen wahrscheinlich einen mobilen Router. Diese mobilen Router gibt es entweder als kleines Kästchen oder als USB Stick (Internet Stick), welchen man direkt mit dem Laptop verbindet. 

Ich kann euch allerdings nur wärmstens an Herz legen einen mobilen Router als Kästchen zu nutzen und nicht nur den Stick. Denn dieses Kästchen hat 3 große Vorteile: 

  1. über das Kästchen können sich mehrere Geräte einloggen. Ihr müsst also nicht immer den Laptop nutzen, sondern könnt z.B. auch direkt mit dem Handy in Netz, sobald ihr euch in der Nähe befindet. Insgesamt also so ähnlich wie beim W-Lan zuhause. Der Stick funktioniert nur in direkter Verbindung mit einem Laptop. 
  2. Da das Kästchen über einen eigenen Akku verfügt, könnt ihr es an jedem Ort verwenden. Sollte also z.B. der Empfang am Wohnmobiltisch besonders schlecht sein, stellt ihr das Kästchen in die Nähe des Fensters. 
  3. Zu vielen mobilen Routern gibt es spezielle Antennen, sollte der Empfang sehr schlecht sein, könnt ihr das Kästchen mit einer mobilen Antenne verbinden. 

Ganz typisch sind mobile Router vom Hersteller Huawai, diese liegen preislich zwischen ca. 50-100 Euro. Wie in diesem Beispiel samt Bildschirm, 4G und LTE Möglichkeit

Ein typischer Internet Stick eignet sich vor allem für Leute die mobil mit ihrem Laptop arbeiten möchten. Wer also einen Laptop nutzt und an Tag X auf der Decke im Park arbeiten möchte, an Tag Y aus dem kleinen Café heraus und seinen Laptop an Tag Z mit ins Großraumbüro nimmt, der kann sehr gut einen dieser kleinen USB Internet Sticks nutzen. 

Internet im Campingurlaub für Wohnmobil und Wohnwagen
Dank eines mobilen Routers können sich mehrere Geräte gleichzeitig einloggen

Internet im Campingurlaub – Welche SIM Karte ist die beste?

Um den Mobilen Router nutzen zu können, benötigt ihr eine Sim Karte, welche in den Router eingelegt werden muss. 

Jetzt ist natürlich die große Frage, welche Sim Karte ist die beste? Und das ist eine echte Glaubensfrage! 

Pre-Paid Sim Karte oder Vertrag? 

Mittlerweile gibt es unzählige Anbieter von Pre-Paid Sim Karten u.a. z.B. von Aldi, Lidl, Netto, Congstar, Fonic oder, oder, oder. 

Häufig gibt es dann innerhalb dieser Anbieter die Möglichkeit verschiedene Pakte zu wählen, welche 2-5 GB Datenvolumen für 10-30 Euro im Monat anbieten. 

Dabei ist das besondere… es müssen keine festen Verträge abgeschlossen werden, ihr zahl sozusagen erst einen Betrag auf die Sim Karte ein und wenn Geld auf der Karte ist, kann diese genutzt werden. 

Das hat eben auch den Vorteil, wenn kein Geld auf der Karte ist kostet euch das ganz keine Gebühr, im besten Fall entstehen euch also nur dann Kosten, wenn ihr auch Unterweg seid. 

So lange ihr auch nur relativ wenig Datenvolumen benötigt, ein bisschen im Netz surft, mal eine Whats App Nachricht schreibt oder auf den Plattformen postet, ist diese Variante die beste und günstigste. 

Solltet ihr allerdings deutlich mehr Datenvolumen benötigen, weil ihr mehr im Netz unterwegs seid, häufiger mal ein Video schaut oder gar mal einen Netflix Film sehen möchtet, wird die Pre-Paid Variante irgendwann nur noch nervig. 

Ich selber habe auch lange mit Pre-Paid Karten gearbeitet, benötige im Monat aber ca. 50 GB und mehr. Was eben auch bedeutet hat, ich hatte irgendwann 10,15,20 verschiedene Sim Karte im Wohnmobil liegen und musste ständig zwischen den Karten wechseln, wenn das Datenvolumen einer Karte mal wieder aufgebraucht war. NEEEEEERVIG!!!! Da jeder Sim Karten Wechsel auch bedeutet, man muss erst den Router neu anmelden und dann auch jedes Gerät, welches sich mit diesem Netz verbinden soll. 

Aus diesem Grund habe ich vor knapp 2 Jahren in den sauren Apfel gebissen und einen großen Telekom Vertrag abgeschlossen. 

Der große, große Vorteil ist, ich habe unbegrenztes Datenvolumen in Europa und einen sehr guten Empfang. Damit ist dieses ganze Sim Karten Memory Vergangenheit. Allerdings… diese Verträge sind unfassbar teuer, mit gut 100 Euro im Monat ist zu rechnen. 

Dies lohnt sich also nur, wenn man z.B. so wie ich unterwegs arbeitet und man auf ein gutes, schnelles Netz angewiesen ist. 

Allerdings gibt es natürlich auch „kleinere“ Verträge mit z.B. 20 oder 30 GB Datenvolumen, die sind dann nicht ganz so teuer. 

Pre-Paid Karten aus dem Ausland

Als es noch die Roaming Gebühren gab, war es sinnvoll eine prepaid Sim-Karte im jeweiligen Urlaubsland zu kaufen, wodurch man sich die erheblichen Auslandskosten gespart hat. 

Mittlerweile gibt es aber keine Roaming Gebühren mehr im EU Ausland. 

Allerdings sind die allgemeinen Gebühren bzw. das Preis/Leistungsverhältnis von Anbietern im Ausland deutlich besser. In Frankreich gibt es z.B. in den meisten Supermärkten eine prepaid Sim Karte zu kaufen, die 30 GB im Monat für 20 Euro anbietet. Das ist natürlich ein super Angebot und natürlich kann man diese Sim Karte später auch in anderen Ländern nutzen, genau so wie bei unseren „deutschen“ Sim Karten. 

ABER und auf diesen Aspekt möchte ich einmal ganz, ganz deutlich Hinweisen, denn ich weiß, dieses französische Angebot ist bei vielen Campern beliebt. 

Seit mehreren Jahren ist es Pflicht eine Adresse anzugeben, wenn man eine prepaid Sim Karte kauft, bzw. teilweise muss man nicht nur einen Wohnsitz im jeweiligen Land angeben, sondern per Video Chat einmalig seine Identität bestätigen. 

Internet im Campingurlaub Wohnwagen, Wohnmobil, Dachzelt
Mal eben schnell bei Facebook, Insta oder Twitter rein schauen, ist eben mittlerweile so normal wie das morgendliche Zähneputze geworden.

Die Sicherung wurde eingeführt, um es Verbrechern (im speziellen ging es dabei um Terrorverdächtige bzw. Attentäter) zu erschweren ein Handy ohne Rückverfolgung nutzen zu können. 

Um diese französische Sim Karte kaufen zu können, muss man an einem Automaten seinen Wohnort angeben und da es ein französisches Angebot ist, muss man einen Wohnort in Frankreich angeben, ansonsten kann man die prepaid Karte erst gar nicht kaufen. 

Viele Camper geben dann z.B. die Adresse des Supermarktes , des Campingplatzes oder irgendeines Wohnhauses an. Es kann tatsächlich passieren, dass diese Daten innerhalb eines Monats überprüft werden und wenn festgestellt wird, dass es sich um eine falsche Adresse handelt, wird die Karte gesperrt. Das ist natürlich doof und hat schlicht mit Pech zu tun wenn es einen trifft, insgesamt ist das Angebot aber so verlockend, dass viele Nutzer dieses Risiko eingehen und ggf. eine weitere Sim Karte dieses Angebots kaufen. 

Es ist zwar extrem unwahrscheinlich, dass die Angabe einer falschen Identität irgendwann einmal auffliegt, SOLLTE ES ABER SO SEIN, DANN IST DAS NACH FRANZÖSISCHEM GESETZ ECHTER BETRUG!!! Ihr solltet also zumindest einmal kurz vorab darüber nachdenken, ob es euch das alles wert ist. 

Mal ganz davon abgesehen, dass diese SIM Karte natürlich während und nach dem Kauf auf französisch registriert und aktiviert werden muss. 

Ich selbst bin daran vor einigen Jahren gescheitert, obwohl ich noch französische Campingplatz Nachbarn gebeten habe, sich das alles doch mal anzuschauen. Aber auch die kamen irgendwann nicht mehr weiter.  Ganz einfach ist es also nicht… zumindest wenn man keine sehr guten Sprachkenntnisse hat. 

Zum guten Schluss… Internet im Campingurlaub – FREENET Funk Karten. 

Seit ca. einem Jahr gibt es auch in Deutschland einen so genannten „FREENET“ Anbieter. Dabei geht es darum, dass dieses System größtmögliche Freiheiten bietet. Bedeutet genau genommen, man bezahlt keine monatlichen Pakete, sondern immer nur ein 24 Stunden Paket.  24 Stunden unbegrenztes Datenvolumen kosten 1 Euro.  

Das klingt erstmal nach einem SUUUUPER Angebot. 

Allerdings ist die erste Registrierung relativ kompliziert, Erfahrungsberichten nach soll das Netz ziemlich mies sein UND das gesamte Netz ist aktuell nur in Deutschland verfügbar. Sobald ihr euch im Ausland befindet, habt ihr absolut kein Netz mehr, ihr müssten dann also ggf. Wieder auf eine andere SIM Karte ausweichen. +

Für alle Camper die aber zu 99% eh nur in Deutschland bleiben und auch nicht extrem davon abhängig sind, immer und überall gutes, schnelles Netz zu verfügung zu haben (soweit das in Deutschland überhaupt möglich ist 😉 )  kann FREE Funk ein gutes Angebot sein. 

Internet im Campingurlaub Teil 1 – wie so oft, es kommt ganz auf DICH an!

Im nächsten Teil dreht sich alles um die Alternativen zum mobilen Router, um komplett Systeme, außerdem werfe ich mit euch noch ein Auge auf das Thema W-lan Antennen. 

Denn natürlich ist es auch möglich ein Handy oder Tablett als Router bzw. mobilen Hot Spot zu nutzen. In meinem persönlichen Fall wäre es ja z.B. total dämlich, jeden Monat viel Geld für diesen Telekom Vertrag zu bezahlen, wenn ich ihn dann nicht auch dauerhaft nutzen würde. 

Somit liegt die Sim Karte dieses Vertrages z.B. in meinem Tablet, welches ich ständig nutze. 

Wie das alles genau funktioniert und viel, viel mehr zum Thema Internet im Campingurlaub, gibt es dann in Teil 2, der in wenigen Tagen erscheint. 

Bis dahin wünscht euch das gesamte Velocate Team einen erträglichen Lockdown light, haltet durch, lasst den Kopf nicht total hängen… in diesen Zeiten ist leider vieles nicht fair, aber nach jedem Tief kommt auch ein Hoch… es geht IMMER irgendwie weiter  und das wichtigste ist, bleibt gesund… körperlich und geistig. 

Direkt zum 2. Teil dieses Artikels gelangt ihr hier: Internet für Wohnmobil und Wohnwagen Teil 2

Euer Velacote Team