Camping Knigge - tipps für Camper samt Wohnmobil und Wohnwagen

Lass die Fettnäpfchen links liegen! 10 x Camping Knigge

Hallo lieber Camper…bevor ich hier auch nur einen Satz weiter schreibe, ist mir eines ganz wichtig zu sagen, ES GEHT HIER NICHT UM KLUGSCHEISSEN oder BESSERWISSEREI!!!

Viel eher ist es so, dass ich selber zu Beginn meiner Camper Karriere in unzählige Fettnäpfchen gestiefelt bin. Es gibt unter Campern so viele eigene Regeln, Gesetzte und Gepflogenheiten die man als Neu-Camper nicht kennt, dass es zu Beginn ganz schnell passiert, irgendetwas total zu vermasseln. 

Naja und je nachdem was dir genau geschehen ist, kann es durchaus schnell Stress mit Anwohnern, Platzbetreibern oder deinen Mitcampern geben. 

Damit für dich das Zusammenleben unter Campern nicht zum Spießrutenlauf wird, beschreibe ich dir hier 10 Fettnäpfchen die es zu vermeiden gilt. 

10 mal richtiges Verhalten als Wohnmobilst oder das wichtigste zum Thema Camping Knigge!

Camping Knigge, Verhalten auf dem Campingplatz
Damit es mit dem Campingnachbarn klappt, ist Rücksichtnahme wichtig… von allen Parteien.

Starten wir bei den ersten 7 Tipps mit dem ganz normalen Tagesablauf, Camping Knigge von morgens bis nachts auf Stell- und Campingplätzen, danach folgen noch 3 Hilfen zwischen Anreise und Platzwahl. 

1. Der leise frühe Vogel fängt den Wurm!

Ein absoluter Pluspunkt an einem Campingurlaub ist, dass du aufstehen und frühstücken kannst wann du möchtest. Solltest du zu den Frühaufstehern zählen, dann verhalte dich doch bitte möglichst leise. Früh aufstehen, Kaffee kochen und vor dem Wohnmobil Frühstücken ist wunderbar. Aber deine Nachbarn sind dir dankbar, wenn du dazu z.B. die Aufbautür nicht 6 mal auf- und zuschlägst,  wenn der Hund erst etwas später mit seinem Quietsche spielt, das Radio maximal leise vor sich hin dudelt oder du deinem Partner ruhig sagst, wie viele Spiegeleier du dir wünschst. Die Abstände zwischen den einzelnen Campern sind zum Teil nicht sehr groß. 

2. Toilette leeren… jetzt oder gleich?

Es ist ein absoluter Klassiker… wer einige Tage auf z.B. einem Campingplatz verbringt, muss irgendwann einmal die Toilette leeren und die typische Tageszeit ist der Morgen oder Vormittag. In dieser Zeit sieht man immer wieder ganze Camperschlangen an den Entsorgungsstationen. 

Jetzt ist es allerdings häufig so, dass das Fach zum entnehmen der Toiletten Kassette auf der Fahrzeugseite ist, die zu deinen Nachbarn zeigt. 

Sollten deine Nachbarn gerade noch am Frühstückstisch sitzen, warte doch noch ein paar Minuten ab oder wenn möglich, leere die Toilette zu einer anderen Zeit. Deine Nachbarn am Frühstückstisch werden es dir danken. 😉 

3. AUGEN AUF an der Ver- & Entsorgung

AUGPASST ein ganz wichtiges Thema! An den Ver- und Entsorgungsanlagen gibt es unterschiedliche Wasseranschlüsse. Es gibt einen Wasseranschluss um die Toilette zu spülen und einen Anschluss um das Frischwasser wieder aufzufüllen. 

In Deutschland ist es mittlerweile MEIST so, dass du zum auffüllen des Wassertanks deinen eigenen Wasserschlauch benötigst, zum spülen des Toilettenkanisters hängt ein Stück Schlauch an der Entsorgungsanlage. 

Ab und an gibt es aber auch noch den Fall, dass auch am Frischwasserhahn bereits ein Wasserschlauch angeschlossen wurde. 

NIEMAAAAAALS!!!!

NIEMALS, also wirklich NIEMALS, darfst du diese beiden Schläuche verwechseln und mit dem Frischwasserschlauch deine Toilette reinigen!!! 

Denn ansonsten hat der nächste Camper deine „Toilettenkeime“ in seinem Frischwassertank. 

Sollte ein anderer Camper dieses Missgeschick mitbekommen, kann es sehr schnell, sehr ungemütlich werden. 🙁

4. Hinterlassenschaften KOMPLETT beseitigen!

Kein schönes Thema und eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aaaaber sollte „etwas“ (auch Toilettenpapier Reste!) nach dem leeren des Toilettenkanisters hängen bleiben, dann BITTEEEE beseitige das!!! 

Extra Tipp:

Eine Packung Einmal-Handschuhe zum leeren der Toilette machen „on Tour“ immer Sinn.  

5. Vorsicht Mittagsruhe!

Auf Campingplätzen gibt es üblicherweise eine Mittagsruhe, meist ca. von 12:30 Uhr bis 14:30 Uhr. In dieser Zeit ist tatsächlich alles was „lauter“ sein könnte verboten und Achtung, viele Camper und Campingplatzbetreiber nehmen das Thema Mittagsruhe durchaus sehr ernst. 

In dieser Zeit ist die Pool Anlage geschlossen (wenn vorhanden), An- und Abreisen sind nicht möglich, Camper samt Wohnwagen dürfen während der Mittagsruhe den Platz nicht mit dem Auto befahren und alles andere ist nicht gewünscht, was in diesen ca. 2 Stunden eine gewisse Lautstärke übersteigt (z.B. Musik, Radio, laut tobende Kids, stark bellende Hunde usw. usw )     

Denk mit!

Ein Detail welches mir selbst bis heute regelmäßig passiert! Solltest du genau während der Mittagspause anreisen, musst du leider erstmal vor der verschlossenen Schranke warten. Da ist ein Stop an einem netten Café oder Bäcker unterwegs meist deutlich netter, als 2 Stunden vor der Campingplatz Schranke zu warten. 

Camping Knigge Duschen mit Hund
Uhhh auch immer wieder ein heißes Thema, Hunde haben in der Menschen Dusche natürlich nichts zu suchen!!! Mit ein bisschen Glück, bietet der Platz eine extra Hundedusche an

6. Duschen … und der nächste bitte!

Typischerweise sind die Sanitärräume (Duschen und Toiletten)  am frühen Abend besonders gefragt, was dazu führen kann, dass du wartend in der Schlange stehen musst. Wenn du also gerade zu Zeiten duschen gehst, in denen es sehr voll ist, wäre es klasse, wenn du dich während des Duschens etwas beeilst. 

Wenn du allerdings schon weißt, dass du mal in aller Ruhe duschen gehen möchtest um das volle Pflegeprogramm durch zu ziehen, dann geh doch am besten zu Zeiten duschen, in denen es weniger voll ist, z.B. Mittags oder am späten Abend. 

Und noch ein Satz zum Thema Dusche.

In allen Sanitärbereichen steht mindestens eine Fletsche, Flitsche, ein Abzieher bzw. ein Boden Fliesen Reiniger und juhuuuu, der steht da, damit du ihn auch nutzt. 😉

Jetzt mal ehrlich, wenn du so eine Dusche betrittst, bist du doch auch froh, wenn die Pfützen, Schaumreste und Haare deines „Vor-Duschers“ nicht mehr in der Duschwanne kleben, ooooder?

7. Abendruhe… so sind die Regeln

Auf den meisten Campingplätzen herrscht ab 22 Uhr Nachtruhe. Das bedeutet natürlich nicht, dass du von dem Moment an im Fahrzeug sitzen musst, aber du solltest zumindest darauf achten die allgemeine Lautstärke „herunter zu fahren“. 

Beim Campen begegnen sich nunmal die unterschiedlichste Menschen, von absolut Ruhe suchenden Campern bis zur Action & Party Fraktion und irgendwie müssen alle aufeinander Rücksicht nehmen, damit jeder den Urlaub erleben kann, den sie/ er sich wünscht. 

8. Camping Knigge auf dem Rasthof 

Vorab ein Satz zum Thema Sicherheit, bitte denk daran und übernachte niemals auf Rasthöfen!!!

Wenn du allerdings eine Pause einlegen möchtest und aus diesem Grund einen Rasthof anfährst, gib den LKW Fahrern den Vorzug. Die Mädels und Jungs sind beruflich unterwegs und MÜSSEN Pausen einlegen und dass die Parkplatzsituation für LKW Fahrer auf Rasthöfen eine Katastrophe ist, das wissen wir leider alle. 

Aus diesem Grund ist es immer sinnvoll, wenn du nach Möglichkeit keine komplette LKW Parkbucht mit deinem „kleinen“ Van oder Womo belegst. Vielleicht gibt es ja z.B. bereits einen kürzeren LKW oder ein Gespann auf einer Spur, dann park doch hinter denen. 

Es ist extrem voll auf dem Rasthof und bei dir kommt es nicht drauf an, wo du deine Pause einlegst? Dann fahr doch noch ein paar Parkplätze weiter oder noch besser, fahr einfach mal kurz von der Bahn ab, geh eine Runde mit dem Hund spazieren, vertritt dir die Beine und dann gehts wieder los. 

9. Camping Knigge und die Mitreisenden

Ich gehe bei diesem Punkt extra nicht ins Detail, denn wichtig ist nur eines… JEDER Camper der mit dir zusammen auf einem Stell- oder Campingplatz steht, HAT SEINEN GANZ PERSÖNLICHEN URLAUB VERDIENT !!!

Die Hundefans möchten einen tollen Urlaub MIT ihrem Hund verbringen, die Camper die angst vor Hunden haben, müssen sich aber ganz genau so frei bewegen dürfen, ohne ständig Hundekontakt zu bekommen. Das Paar das in den Ferien campen geht hat Recht auf einen ruhigen und entspannten Urlaub und die Kids der Familie XY dürfen einen tollen Campingurlaub voller Spaß und Abenteuer erleben. 

Damit das funktionieren kann, muss JEDER zumindest in so weit Rücksicht nehmen, dass seine „Freiheit“ an Orten und zu Tageszeiten stattfindet, die angemessen sind.

Ein Hund der im vollspeed über den Hundestrand tobt ist dort ganz genau richtig und wunderschön zu beobachten, der Mensch der eher ängstlich auf Hunde regiert, sollte sich nicht gerade direkt an den Hundestrand legen. Dafür hat ein unangeleinter Hund in den allermeisten Fällen nichts auf dem Campingplatz zu suchen und wenn er noch so toll hört, für den ängstlichen Menschen ist es einfach viel entspannter, wenn der Hund an einer Leine ist. Übrigens, ganz viele Tipps zum Thema Camping mit Hund, haben wir dir schon vor einigen Wochen veröffentlicht. 

10. Platz… der richtige Platz, in der richtigen Richtung, zur richtigen Zeit

Wenn du in der Hauptsaison unterwegs bist und die Plätze sind eh schon sehr gut besucht, dann ist es nur fair, wenn du dich nicht breiter machst als nötig. Die Markise komplett ausfahren und eine 2. Parzelle belegen, den Auto Anhänger auf einen 2. Platz stellen, auf einem Stellplatz die Parzelle für Freunde reservieren, die aber erst am nächsten Tag anreisen oder die Bikes so „aufbauen“, dass niemand mehr in die schmale Lücke passt? Das sind alles Dinge die gehen in der Hauptsaison gar nicht!  Der massive Campingboom sorgt nunmal für Probleme und du kommst sicherlich auch mal in die Situation, in der du froh bist, noch einen der letzten Plätze zu ergattern. 

Anders sieht es im Winter oder der Nebensaison aus. Reist du dann auf einem Platz an, der noch ganz viele freie Plätze hat, dann wäre es sehr schön, wenn du dich NICHT direkt neben den einzigen anderen Camper stellst. Denn insgesamt ist es deutlich angenehmer, wenn man nicht jedes Türen öffnen, Schnarchen und Schränke klappern der Nachbarn hört. 

Wenn viel Platz gegeben ist, dann ist es immer deutlich netter, wenn du diesen Platz ausnutzt und nicht Tür an Tür stehst. 

Und noch ein letzter Absatz zum Thema Camping Knigge auf Stellplätzen. 

Wenn du auf einen Platz auffährst und siehst, dass z.B. deine Nachbarn vorwärts eingeparkt haben, dann freut es deine Nachbarn sehr, wenn du ebenfalls vorwärts einparken würdest. Denn so hat jeder Camper etwas mehr „Privatsphäre“ , da du NICHT Aufbautür an Aufbautür stehst, sonder Aufbautür, Wohnmobil, Aufbautür, Wohnmobil. 

Ich habe es selbst schon einige Male erlebt, dass neue Nachbarn nicht so eingeparkt haben wie ich und man dann sozusagen Tür an Tür stand. Wenn dann beide Camper auch noch einen Hund dabei haben, wird es schnell ungemütlich, weil jeder dem anderen ständig auf den Tisch schaut und sich z.B. die Hunde ständig direkt gegenüber sitzen. Wenn man dann eine alte Hündin dabei hat, die keine Lust hat mit dem Jungspund von nebenan zu spielen, ist das gequängel schnell unschön. 

Einige Plätze geben aus diesem Grund mittlerweile vor, in welcher Richtung geparkt werden soll.

Camping Knigge, richtiges Verhalten von Wohnmobilisten
Leider wird die allgemeine Stimmung Campern gegenüber nicht unbedingt besser, darum ist gutes Verhalten um so wichtiger

Das richtige Verhalten für Wohnmobilisten – Camping Knigge!

Der wahrscheinlich wichtigste Begriff zu diesem Thema ist RÜCKSICHTNAHME!!! Natürlich sollst du dich nicht komplett selbst vergessen, aber wenn so viele Camper an einem Ort zusammen kommen, dann kann es für alle nur schön werden, wenn jeder auf den anderen Rücksicht nimmt!

Zum Ende noch ein kleiner Hinweis an alle Camper, die ein Reisemobil gemietet haben. 

Es kommt relativ schnell und häufig vor, dass in einem der Gedanke aufsteigt, jetzt haben wir soooo viel Geld für diesen Urlaub bezahlt, damit haben wir uns auch das Recht erkauft unser Ding durchzuziehen, Stichwort…jetzt komm ich und nach mir die Sintflut!

Ich kann diesen Gedanken wirklich so ein kleines bisschen nachvollziehen, aber BITTE… es funktioniert einfach nicht! 

Wir Camper stehen eh an vielen Orten massiv unter Kritik, weil die Masse an Fahrzeugen sooooo groß ist! Wenn du dich jetzt benimmst wie der Elefant im Porzellanladen, nur weil du denkst, och wir setzten uns über alles hinweg, ist ja nicht so schlimm… 

Das ist nicht gut und echt nicht ok! Denn leider ist es mittlerweile häufig schlimmer als Du vielleicht gerade denkst. Die Bürger und verantwortlichen von Städten und Gemeinden haben uns Camper an vielen Orten genau „im Auge“ und wenn es so weiter geht, dass sich einzelne Camper über alle Regeln hinwegsetzten, dann werden immer mehr Plätze gesperrt oder das Campen wird teurer und teurer.

Ich wünsche dir einen grandios schönen Campingurlaub und mit diesen 10 Tipps zum Thema Camping Knigge und ein bisschen Rücksichtnahme, steuerst du ganz bestimmt gelassen um die größten Camping Fettnäpfchen herum. Planst Du auch mal wild zu campen? Dann schau dir diese Tipps am besten vor der Reise nochmal an.